Wenn die Blechbläser die Stadtkirche zum Klingen bringen – ein Posaunenchor für Langenzenn?
Ein Konzert-Gottesdienst, rund 50 Bläserinnen und Bläser und eine große Hoffnung: Dass in Langenzenn bald wieder regelmäßig gemeinsam musiziert wird!
„Kein Posaunenchor in Langenzenn? Das geht doch nicht!“, dachte sich Martina Sträßner, Diakonin und Jugendreferentin aus Langenzenn. Als leidenschaftliche Bläserin – sie spielt selbst Bassposaune – weiß sie, wie viel Freude, Gemeinschaft und musikalische Begeisterung in einem Posaunenchor stecken. Außerdem engagiert sie sich immer wieder ehrenamtlich bei Freizeiten und Veranstaltungen des Verbands evangelischer Posaunenchöre in Bayern (VEP).
Doch in Langenzenn war der Posaunenchorbetrieb vor einigen Jahren zum Erliegen gekommen. Sollte das wirklich so bleiben? Martina Sträßner wollte sich damit nicht abfinden. Gemeinsam mit der Bezirksführung des VEP machte sie sich deshalb daran, neues musikalisches Leben zu wecken und einen Impuls für einen Neustart zu setzen.
Ein klangvoller Weckruf zum Erntedankfest
Am Erntedanksonntag, dem 4. Oktober 2016, war es so weit: Rund 50 Bläserinnen und Bläser aus dem gesamten Bezirk Fürth kamen unter der Leitung von Bezirkschorleiter Martin Weber in der wunderschönen Stadtkirche Langenzenn zusammen. Ihr Ziel: mit einem festlichen Konzert-Gottesdienst die ganze Bandbreite der Posaunenchorarbeit erlebbar machen – und vielleicht auch bei ehemaligen Bläserinnen und Bläsern sowie neuen Interessierten die Begeisterung fürs gemeinsame Musizieren neuentfachen.
Das Ergebnis war ein beeindruckendes Klangerlebnis! Die Stadtkirche bot den festlichen Rahmen für ein abwechslungsreiches musikalisches Programm, das weit über bekannte Choräle hinausging.
Ein musikalischer Spaziergang durchs Kirchenjahr
Die Reise begann musikalisch im Januar und führte das Publikum durch die verschiedenen Monate und Stationen des Kirchenjahres. Von Epiphanias über die Passionszeit und Ostern bis hin zu Pfingsten, sommerlicher Lebensfreude und schließlich zum Erntedankfest spannte sich ein vielseitiger musikalischer Bogen.
Bezirksobmann Jochen Andreä führte mit kurzweiligen und anschaulichen Moderationen durch das Programm. Dabei wurde deutlich, wie vielfältig die Aufgaben eines Posaunenchores sind: Er begleitet Gottesdienste und kirchliche Feste, gestaltet besondere Veranstaltungen und bringt Menschen durch die Musik zusammen. Und natürlich durfte mit einem augenzwinkernden „Walk in Summer“ auch die heitere Seite des Bläserlebens nicht fehlen.
Die rund 50 Mitwirkenden zeigten eindrucksvoll, was entsteht, wenn viele Menschen ihre musikalischen Fähigkeiten und ihre Begeisterung zusammenbringen. Ein kräftiges Zeichen gegen den Trend rückläufigen ehrenamtlichen Engagements – und ein musikalischer Mutmacher für Langenzenn!
Wie geht es nach dem Erntedankfest weiter? Ein solches Konzert ist ein wunderbarer Anfang. Doch die entscheidende Frage lautet: Wie kann aus diesem besonderen Erlebnis wieder regelmäßiges gemeinsames Musizieren werden?
Die Hoffnung liegt nun bei der kleinen, sich neu formierenden Posaunenchorgruppe um Chorleiter Werner Lieret, Karin Beimer und natürlich Martina Sträßner. Sie möchten den musikalischen Funken aufnehmen und dafür sorgen, dass aus dem einmaligen Konzert wieder lebendiges Chorleben wachsen kann.
Dafür braucht es vor allem Menschen, die Lust haben, mitzumachen. Und die müssen keineswegs schon erfahrene Posaunenchorbläser sein! In einem Posaunenchor spielen nicht nur Posaunen, sondern auch Trompeten, Flügelhörner, Tenorhörner, Baritone und Tuben. Unterschiedliche Instrumente und musikalische Erfahrungen finden hier ihren Platz.
Vielleicht saß beim Konzert jemand in der Stadtkirche, der früher selbst einmal gespielt hat. Vielleicht hat jemand schon lange ein Instrument zu Hause stehen. Oder jemand hat beim Zuhören einfach gedacht: Da würde ich gerne mitspielen!
Dann wäre genau das erreicht, was Martina Sträßner und die Bezirksführung mit dieser besonderen Aktion erreichen wollten.
Denn ein Posaunenchor lebt nicht allein von seinen Tönen, sondern vor allem von den Menschen, die ihn zum Klingen bringen.
Wir wünschen der neuen Bläsergruppe in Langenzenn viel Schwung, Freude und Durchhaltevermögen– und hoffen, dass aus dem klangvollen Erntedankfest ein neuer Anfang für die Posaunenchorarbeit vor Ort wird.
Du hast Lust, in Langenzenn mitzublasen oder möchtest mehr über die Posaunenchorarbeit im Bezirk Fürth erfahren? Dann melde dich bei uns – wir freuen uns auf dich!
